Was macht ein Grundstück wertvoll?
Zwei Grundstücke gleicher Größe in derselben Straße können sich im Wert um das Doppelte unterscheiden. Entscheidend ist das Baurecht: Liegt das Grundstück in einem Bebauungsplan, was ist dort erlaubt (Geschosse, Grundflächenzahl, Dachform)? Gibt es keinen Bebauungsplan, gilt Paragraf 34 Baugesetzbuch, dann muss sich ein Neubau in die Umgebung einfügen. Und ist die Fläche überhaupt Bauland oder nur Bauerwartungsland, Gartenland oder Ackerfläche?
Dazu kommen Erschließung (Straße, Wasser, Abwasser, Strom vorhanden oder noch zu zahlen), Zuschnitt und Ausrichtung, Baulasten und Altlasten sowie die Frage, ob eine Teilung möglich ist. Wir klären diese Punkte, bevor wir einen Preis nennen, notfalls mit einer Bauvoranfrage bei der Gemeinde.
Bodenrichtwert: Was er aussagt und was nicht
Die Gutachterausschüsse des Landes Brandenburg veröffentlichen im System BORIS für jede Lage einen Bodenrichtwert, den durchschnittlichen Quadratmeterpreis erschlossener Grundstücke aus tatsächlichen Kaufverträgen. Das ist die verlässlichste Ausgangsbasis, die es gibt, und wir nutzen sie bei jeder Bewertung.
Der Bodenrichtwert ist aber ein Durchschnitt. Ihr konkretes Grundstück kann darüber oder darunter liegen, je nach Zuschnitt, Lage innerhalb der Zone, Erschließungszustand und Baurecht. Ein Eckgrundstück mit zwei Straßenfronten, ein Hanggrundstück oder ein Grundstück mit Altbestand werden unterschiedlich bewertet. Genau diese Anpassung ist unsere Arbeit als geprüfter Bewerter.
Welche Unterlagen brauche ich für den Grundstücksverkauf?
- Aktueller Grundbuchauszug (Eigentum, Lasten, Wegerechte)
- Auszug aus dem Liegenschaftskataster mit Flurkarte
- Bebauungsplan oder Auskunft zur Bebaubarkeit nach Paragraf 34
- Auskunft aus dem Baulastenverzeichnis
- Auskunft aus dem Altlastenkataster
- Nachweis über Erschließung und gezahlte Erschließungsbeiträge
- Bei Altbestand: Abrissgenehmigung oder Angaben zum Bestand
Die meisten dieser Unterlagen holen wir für Sie bei Gemeinde, Katasteramt und Grundbuchamt ein. Ein Grundstück mit vollständiger Dokumentation verkauft sich schneller und zu besseren Konditionen, weil Käufer und Bauträger kein Risiko einpreisen müssen.
Wer kauft Grundstücke in der Region?
Im Berliner Umland gibt es drei Käufergruppen mit sehr unterschiedlichen Erwartungen. Private Bauherren suchen ein Grundstück für das eigene Haus, achten auf Lage, Schule und Anbindung und zahlen für gute Wohnlagen die höchsten Preise. Bauträger interessieren sich für größere oder teilbare Flächen, rechnen streng nach zulässiger Wohnfläche und verhandeln hart. Kapitalanleger kaufen Bauerwartungsland in der Hoffnung auf spätere Umwidmung.
Welche Gruppe für Ihr Grundstück den besten Preis zahlt, hängt von Größe, Baurecht und Lage ab. Wir sprechen über unsere Käuferdatenbank gezielt die passende Gruppe an, statt das Grundstück nur auf Portale zu stellen.
Grundstück teilen und dann verkaufen?
Bei großen Grundstücken lohnt sich oft die Frage, ob eine Teilung mehr bringt als der Verkauf im Ganzen. Zwei Bauplätze von je 600 Quadratmetern erzielen in vielen Lagen zusammen mehr als ein Grundstück mit 1.200 Quadratmetern, weil private Bauherren kleinere Flächen bevorzugen. Voraussetzung ist, dass beide Teile bebaubar und erschlossen sind und die Teilung genehmigt wird.
Wir rechnen beide Varianten durch und sagen Ihnen offen, ob sich der Aufwand der Teilung (Vermessung, Genehmigung, Zeit) für Sie lohnt.